Spielweisen

Chin-off, Untergriff & co

dolce risonanza Geigenhaltung

Neben dem möglichst originalgetreuen Instrumentarium halten wir intensives Quellenstudium sowie historische Spieltechniken für unumgänglich, um der Musik besonders des 16. und 17. Jahrhunderts gerecht zu werden.

Dementsprechend halten wir uns an die in den meisten Traktaten und Abbildungen überlieferten Geigenhaltungen »auf der Brust« bzw. »unter dem Schlüsselbein«. Im modernen Sprachgebrauch der Alte Musik-Szene nennt man das »Chin-off«, also »kinnlos«. Das bedeutet: Die Geige wird nicht unter dem Kinn eingeklemmt, sondern ruht auf der Brust oder auf der Schulter. Dementsprechend verwenden wir auch keine Kinnhalter oder Schulterstützen (die im Übrigen beide erst viel später erfunden wurden: der Kinnhalter 1820 von Louis Spohr, die Schulterstütze überhaupt erst im 20. Jahrhundert).

Die Bogentechnik war nicht nur je nach Zeit, sondern auch nach Land unterschiedlich. So haben gerade die Franzosen und die Deutschen ihre Bögen zumindest bis ins 17. Jahrhundert hinein mit dem Daumen unterhalb der Haare bzw. des Frosches gehalten – daher spricht man hier von »Untergriff«. Unsere kurzen und leichten Steckfroschbögen sind ideal für diese Technik. Der Bogen wird dabei mehr gezogen als gedrückt – so können die Saiten frei schwingen.

Der liebliche Klang

Viola tenore grande